Geschichte von St. Nicolai

Die erste Kirche (? - 1519)

Die Siedlung Gifhorn entstand im frühen Mittelalter an einer Furt durch die Aller. Durch diese Furt führte eine Handelsstraße, welche die Städte Lübeck, Lüneburg und später auch Hamburg mit dem Süden über Braunschweig nach Nürnberg, Augsburg und Frankfurt verband. Gifhorn war an dieser Fernstraße ein wichtiger Rastort, in dem Kauf- und Fuhrleute ausspannten, ihre Pferde versorgten, sich verpflegten und Unterkunft fanden. Besonders gefördert wurde der Ausbau der Siedlung durch die Urenkel Heinrichs des Löwen, Herzog Albrecht (1236-1279) und Herzog Johann von Braunschweig (um 1242-1277). 1275 bekam Gifhorn das Markrecht.

Es ist zu vermuten, daß diese hier auch ein kleines Gotteshaus errichten ließen, auf das eine Urkunde aus dem Jahre 1269 hinweist. Diese bezieht sich auf einen »plebanus Henricus« (Pfarrer Heinrich), der damals in Gifhorn wirkte. Die Kirche war St. Nikolaus geweiht, dem Schutzheiligen der Kaufleute und Fernfahrer sowie der Schiffer und Fischer.

Leider sind aus den Jahrhunderten des Mittelalters über die Kirche nur wenig Nachrichten erhalten geblieben. Diese beziehen sich vor allem auf Altarstiftungen und kirchliche Einkünfte. Auch die Namen einzelner Geistlicher sind aus jener Zeit überliefert worden.

Im Jahre 1381 kam es zu einer Auseinandersetzung der welfischen Herzöge und der Braunschweiger Bürger mit den Raubrittern von Veltheim, die sich in Gifhorn eingenistet hatten und den vielbefahrenen Handelsweg zwischen Braunschweig und Lüneburg unsicher machten. Dabei wurde der Gifhorner Kirchturm zerstört.

Im 15. Jahrhundert diente die Gifhorner Burg zweimal als Witwensitz. Von 1400 bis 1426 wohnte hier Herzogin Anna von Sachsen-Wittenberg, Witwe von Herzog Friedrich von Braunschweig-Lüneburg. Sie stiftete 1418 der Kirche einen Altar, der den Aposteln Johannes und Thomas geweiht wird. Zur Betreuung des neuen Altars wurde extra ein Priester angestellt (»Altarist«). Neun Jahre später bekam die Kirche einen weiteren Altar, der der »glücklichen Jungfrau Maria« geweiht wurde. Der Stifter ist nicht bekannt. Von 1445 bis 1468 wohnte Herzogin Elisabeth von Eberstein in Gifhorn, Witwe von Herzog Otto dem Lahmen. Sie fand im Kloster Isenhagen ihre letzte Ruhestätte.

Komplett zerstört wurde die St.-Nicolai-Kirche in der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523). In dieser kriegerischen Auseinandersetzung kam es zu vielen Plünderungen und Brandschatzungen. Am 20. Juni 1519 wurde Gifhorn fast völlig in Schutt und Asche gelegt, darunter auch die Kirche. Dabei dürften auch die Altäre verbrannt sein.

 

Plan_Gifhorn_1699_mit_Kirche_und_Burg
Plan von Gifhorn 1699 (Ausschnitt) mit der Lage von Burg und Kirche alt und neu (Zeichnung: Gierz)

Wo diese Kirche gestanden hat, kann man einer Mitteilung entnehmen, die der Superintendent Leukfeld 1741 in einem anderen Zusammenhang an das Konsistorium in Hannover gerichtet hat. Er schreibt, daß Herzog Franz die Ruine der alten Kirche abbrechen ließ. Diese habe dort gestanden, wo jetzt der Schloßgraben sei. Die erste St.-Nicolai-Kirche lag somit etwas weiter östlich als die heutige Kirche, etwa an der Stelle, wo sich heute das Sparkassengebäude befindet.

 

 

Die zweite Kirche (1540 – 1737)

Nachdem die Gifhorner Bürger ihre Wohnhäuser unter großen finanziellen Opfern wieder aufgebaut hatten, sorgte der regierende Herzog Franz von Braunschweig-Lüneburg (1508-1549) um das Jahr 1540 auch für die Errichtung einer neuen Kirche.

Aus zwei bei der Stiftsfehde stehengebliebenen Gebäuden – dem Marstall und einem angebauten Kornspeicher – ließ er ein einfaches Gotteshaus bauen, das fast zwei Jahrhunderte Bestand hatte. Bereits 1529 war im Fürstentum Celle, wozu das Amt Gifhorn gehörte, die Reformation eingeführt worden. Dabei wurde mit der ersten Pfarrstelle der St-Nicolai-Kirche in Gifhorn die neugeschaffene Superintendentur verbunden, so dass von da an Gifhorn kirchlicher Zentralort war.

 

Kirche Merian Ausschnitt
Kirche St. Nicolai. Ausschnitt aus dem Kupferstich von Merian 1654 (Repro: Gierz)

Der Ausbau der beiden Wirtschaftsgebäude zu einer Kirche konnte naturgemäß nur ein Notbehelf sein. Das Gebäude hatte keine richtigen Fundamente. Es war ein Fachwerkbau, dessen Wände nur aus Holz und Lehm bestanden. Der Innenraum hatte geringe Ausmaße und war überdies niedrig und dunkel.

Man muß sich wundern, dass dieser behelfsmäßige Kirchenbau so lange bestehen blieb und während dieses langen Zeitraumes von der Bevölkerung als Gotteshaus auch akzeptiert wurde. Es spiegelt die unruhigen und kriegerischen Zeiten wider (u.a. 30jähriger Krieg 1618-1648). Die Wirtschaft lag darnieder. Man war froh, dass man von Zeit zu Zeit Reparaturen am Kirchengebäude vornehmen konnte.

Eine größere Reparatur gab es 1687/88. Dabei wurde eine der vier Lehmwände durch eine Backsteinwand ersetzt und das Dach neu eingedeckt. Im Sommer 1703 schlug ein Blitz in den hölzernen Turm. Dabei wurde dieser schwer beschädigt. Die Schäden konnten nur notdürftig beseitigt werden, so dass der Turm 1716 endgültig einstürzte. Dabei wurden die große Glocke und die Schlaguhr zerstört.

Daraufhin wurde ein kleiner Dachreiter errichtet, der zwei kleine Glocken aufnahm. Doch die Erschütterungen beim Läuten beeinträchtigten die Stabilität des alten Kirchenschiffes. Eine weitere Reparatur war nicht mehr lohnend. Man musste jetzt endgültig an einen Neubau denken.

 

Neubau der Kirche (1733-1744)

Der Neubau der Kirche zog sich über 12 Jahre hin. Verantwortlich dafür war einmal die schlechte finanzielle Lage der Kirchengemeinde, es gab keine Rücklagen, aber auch Kompetenzprobleme. Dies führte zu mehreren Entwürfen und Gutachten. Die Kirchenorganisation im Kurfürstentum Hannover war streng hierarchisch. An der Spitze stand das Konsistorium, das neben Kammer, Kanzlei und Gericht zu den vier führenden Behörden des Landes zählte. Alle Baumaßnahmen in den einzelnen Gemeinden, die 10 Reichstaler überstiegen, mussten vom Konsistorium genehmigt werden.

Georg Friedrich Dinglinger
Georg Friedrich Dinglinger. Baumeister des Turms 1733-34. (Repro: Gierz)

Als erster Bauabschnitt entstand ein neuer Kirchturm. Die Kirchengemeinde konnte 1733 ein abbruchreifes Haus erwerben, das direkt nördlich der Kirche lag. Dort sollte der Turm errichtet werden. Zu der Zeit war der spätere Hannoversche Festungsbaumeister Georg Friedrich Dinglinger (1702-1785) in Gifhorn tätig. Als junger Kondukteur (Bauaufseher) betreute er Reparaturarbeiten am Gifhorner Schloss. Zusätzlich erhielt er jetzt den Auftrag sich um den Neubau des Kirchturms zu kümmern. Dazu musste er allerdings erst einmal die Pläne für den Turm erstellen, also quasi als Architekt tätig werden, und einen Kostenanschlag erstellen. Er plante einen massiven quadratischen Turm, verputzt und mit ausgeprägter Quaderverzahnung, nach oben abgeschlossen mit einer hölzernen achteckigen Laterne. Nach welchem Vorbild er den Kirchturm entworfen hat ist unbekannt. Auf jeden Fall gingen diese Vorarbeiten zügig voran. Kurz nach Pfingsten des Jahres konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Trotz einer Winterpause war im Herbst 1734 das Turmdach vollendet und mit Schindeln und Schiefer gedeckt. Die krönende Wetterfahne zeigt noch heute das Fertigstellungsjahr 1734.

Kaum war der Kirchturm fertig, da stockte auch schon der Weiterbau. Dinglinger erhielt den Auftrag in Hannoversch-Münden neue Kasernen zu bauen und verließ Gifhorn. Zwar hatte er auch einen Entwurf für ein neues Kirchenschiff erstellt, aber dieser wurde nicht weiter beachtet. Der Turm hatte 5410 Reichstaler gekostet. Davon waren 4450 Reichstaler nur geliehen. Dieser hohe Schuldenstand rief die Kritiker des Baues auf den Plan. Es folgten Eingaben an die Hannoversche Regierung um einen Weiterbau zu verhindern. Ein eifriger Befürworter des Weiterbaues war der damalige Superintendent Werner Martin Leukfeld (amt. 1701-1747). Doch hatte er einen schweren Stand.

Die Debatten zogen sich über ein Jahr hin, bis man schließlich den Landbaumeister Conrad Hinrich Leiseberg (†1745) als Gutachter nach Gifhorn schickte. Dieser inspizierte das alte Gebäude und stellte fest, dass es abbruchreif sei. Daraufhin ordnete die Regierung den Abriss an, der noch im zweiten Halbjahr 1737 erfolgte.

Außerdem hatte Leiseberg auch einen Entwurf und einen Kostenanschlag für einen Neubau angefertigt, der durch den Hofbauschreiber Johann Friedrich Jungen geprüft wurde. Es erging ein Beschluß, nach den Planungen Leisebergs zu bauen, wobei dieser auch die Direktion übernehmen sollte. Doch letztendlich wurde der Entwurf Leisebergs vom Konsistorium der Landeskirche als zu klein abgelehnt.

Damit stand man in Gifhorn Anfang 1738 mit leeren Händen da. Einsam stand der Turm, daneben eine leere Fläche. Doch für die Bebauung gab es keinen brauchbaren Plan. Die Gottesdienste mussten in der Schloss- oder der Friedhofskapelle durchgeführt werden. Beide waren viel zu klein, so dass der Gottesdienstbesuch merklich abnahm.

Kirche Entwurf von Bonn 1738
Entwurf des Kirchenschiffs von 1738, wahrscheinlich von O. v. Bonn (Repro: Gierz)

Doch in Hannover gab man nicht so schnell auf. So erhielt jetzt der zweite Landbaumeister Otto Heinrich von Bonn (1703-1785) den Auftrag zur Neuanfertigung von Plänen und Kostenanschlägen. Für diesen war es der erste Auftrag für einen Kirchenbau. Sein Entwurf zeigt einen langgestreckten Saal von neun Achsen. Die Eckquaderverzahnung entspricht derjenigen des Turms. Über den großen Rundbogenfenstern sind kleinere Fensteröffnungen mit geschwungenem Stürzen vorgesehen. Auf jeder Längsseite sind zwei Portale eingefügt, die reich ornamental gefaßt und mit runden Oberlichtern versehen sind.

Mit diesen Plan begann dann tatsächlich der Neubau des Kirchenschiffs. Die Bauaufsicht vor Ort übernahm der junge Kondukteur Henning Andreas Nicolai (1787). Doch die Arbeiten verliefen sehr zögerlich. Erst im Sommer 1739 war das Fundament fertiggestellt. Als dann auch noch Nicolai Gifhorn verließ, kam der Bau einmal mehr ins Stocken.

Parallel zu den ersten Arbeiten lief die Debatte um die richtige Größe des Kirchenschiffs weiter. Der Entwurf von Bonns war für 1700 Sitzplätze ausgelegt. Dazu genügte eine umlaufende u-förmige Empore. Dieses wurde anscheinend nicht von allen Seiten als ausreichend angesehen. So stellte von Bonn Ende 1738 in einem umfangreichen Schreiben die Möglichkeiten zur Erhöhung der Anzahl der Sitzplätze sowie die technischen Schwierigkeiten bei der Anbindung des Schiffes an den bestehenden Turm dar.

Kirche Querschnitt Arenhold
Querschnitt mit Emporen- und Dachkonstruktion. G.J. Arenhold 1739. Hauptstaatsarchiv Hannover Hann 83 II 1878 (Repro: Gierz)

Außerdem schaltete sich die Kirchenverwaltung in Hannover ein. Mit dem Konsistorialsekretär Gerhard Justus Arenhold (1707-1775) hatte zum ersten Mal ein ausgewiesener Baufachmann seinen Dienst im Konsistorium angetreten. Er legte nun einen eigenen Entwurf vor. Durch das Vorsehen einer zweiten Empore konnte er die Anzahl der Sitzplätze auf 2000 erhöhen. Dafür musste allerdings die vorgesehene Flachdecke durch eine Bogendecke ersetzt werden. Dies wiederum bedingte ein steileres Satteldach, so dass der Dachfirst höher zu liegen kam als das gemauerte Unterteil des Turmes. Außerdem wollte er als Baumaterial gebrannte Mauersteine verwenden, während vorher noch Bruchsteine vorgesehen waren.

Arenhold kam 1739 nach Gifhorn und übernahm die Bauleitung. Er konnte nun seinen eigenen Entwurf umsetzen. Ferner erstellte er auch einen neuen Finanzplan.

Die Ziegelsteine für den Bau kamen überwiegend von der Ziegelhütte in Gifhorn. Sie schaffte aber nicht den vollen Bedarf für den umfangreichen Kirchenbau, so dass man zusätzlich auf die Belieferung durch die leistungsfähige Ziegelei in Fallersleben zurückgreifen musste. Die Bruchsteine für die Fundamente, Eckverzahnungen und Portale wurden aus den Sandsteinbrüchen von Velpke 27 km östlich von Gifhorn bezogen. Der damals bekannte Steinmetzmeister Körner aus Velpke meißelte aus den Sandsteinen die vier Portale.

Weiteren Schwung erhielt der Kirchenbau im Jahre 1741. Nachdem der alte Amtmann pensioniert worden war, kam mit Johann Philipp Tiling (1696-1761) ein neuer Amtmann nach Gifhorn. Er führte hier mit großer Umsicht und Tatkraft die Amtsgeschäfte. Insbesondere kümmerte er sich auch um die Finanzierung des Baues, indem er staatliche Zuschüsse und günstige Kredite besorgte.

So ging der Bau in der Endphase zügig voran. Bereits Ende 1742 konnte das Dach mit Ziegeln gedeckt werden. Die folgenden beiden Jahre widmete man sich dem Innenausbau. Baumeister Arenhold besaß auch ein reiches Kunstverständnis. Durch die Auswahl geeigneter Bau- und Kunsthandwerker konnte er das gestalterische Niveau seiner Bauten deutlich heben.

Für den Kanzelaltar konnte mutmaßlich Arenhold den Hannoverschen Kammerpräsidenten Heinrich Grote (1675-1753) als Stifter gewinnen. Dieser Zweig das Adelsfamilie Grote hatte seinen Familiensitz in Wedesbüttel, nur 12 km von Gifhorn entfernt. Der Altar wurde in einer Werkstatt in Hannover angefertigt. Wahrscheinlich war dies die erste Zusammenarbeit von Arenhold mit dem Bildhauer Johann Friedrich Blasius Ziesenis (1715-1787). Auf Pferdefuhrwerken wurde der Altar in mehrere Teile zerlegt nach Gifhorn gebracht und hier zusammengebaut.

Für die Emporen und die Kirchenbänke werden wohl einheimische Handwerker zum Zuge gekommen sein.

Etwas länger zog sich der Bau einer neuen Orgel hin. Obwohl es bereits seit 1742 Kontakte mit dem Hannoverschen Hof-Orgelbaumeister Christian Vater (1679-1756) gab, kam es erst Ende 1744 zu einem Vertragsabschluss. So konnte die neue Orgel erst 1748 in Betrieb genommen werden.

Die Einweihung der neuen St.-Nicolai-Kirche erfolgte am Sonntag, dem 8. November 1744 mit einem festlichen Gottesdienst. Der fast 80jährige Superintendent Leukfeld war nun voller Freude, dass er diese Einweihungsfeier noch vor Erreichung seines Ruhestandes erleben durfte.

Aus dem Abrechnungen von Arenhold geht hervor, dass der Bau des Kirchenschiffes insgesamt rund 9730 Reichstaler gekostet hat. Zusammen mit dem Turm kommt man auf Gesamtbaukosten von rund 15141 Reichstalern.

 

Weitere Entwicklung

Seit der Fertigstellung kam es im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zu kleineren Reparaturen am und im Kirchengebäude.

Als kritisch erwies sich sehr schnell der Einbau der Gewölbedecke. Bereits 1747 zeigten sich Risse im Gesimsbereich. Landbaumeister von Bonn nahm dazu in einem Gutachten Stellung. Weitere Gutachten folgten. Man versuchte durch Änderungen in der Dachkonstruktion Stabilität herbeizuführen. Doch letztlich mussten Zuganker zur Stabilisierung der Außenwände eingezogen werden.

Knapp an einer Katastrophe vorbei schlitterte die Kirche am 22. August 1858. Denn ein Blitz schlug in den Kirchturm ein und lief dann auch durch das Kirchenschiff. Es kam zu Verkohlungen am Altar, aber zum Glück zu keinem Brand in der Kirche.

Die Kirche erhielt im Jahre 1910 eine neue Heizung und 1915 Gasbeleuchtung.

Eine größere Renovierung des Innenraumes gab es 1929. Vorangegangen waren größere Reparaturarbeiten am Dach, um dieses wieder dicht und stabil zu bekommen. Die Gewölbedecke wurde strukturlos hell gestrichen. (Ursprünglich war das Deckengewölbe als blaues Firmament mit unzähligen Sternen ausgemalt.) Altar und Orgel wurden aufwendig gereinigt. Die Kosten wurden durch den Evangelischen Frauenbund und Kollekten getragen. Kirchensteuereinnahmen waren nicht erforderlich.

Die nächste Renovierung der Kirche fand dann 1960/61 statt. Dabei wurde das Kichengestühl umgearbeitet, der Altarraum vergrößert und die Sakristei neugestaltet. Durch den Hamelner Kunstmaler Rudolf Droste kam es zu einer farblichen Neugestaltung der Holzeinbauten, insbesondere des Altars. Die Wiedereinweihung fand am 1. Oktober 1961 mit einem festlichen Gottesdienst statt.

Große Aufregung gab es im Februar 1986. Putzbrocken lösten sich von der Kirchendecke und stürzten in den Altarraum. Daraufhin wurde die Kirche geschlossen. Putz und altes Rohrgeflecht mussten komplett entfernt werden. Anschließend wurden auf neue Rohrmatten zwei neue Putzschichten aufgetragen und neu gestrichen. Erst im August 1987 konnte die Kirche wieder eröffnet werden.

Als letzte Baumaßnahme wurden 2001 im Durchgang vom Kirchenschiff zum Turm zwei Toiletten eingebaut.

 

Literatur

Stefan Amt, »Georg Friedrich Dinglinger. Neue Forschungsergebnisse zum Werk des Hannoverschen Festungsbaumeisters« in »Hannoversche Geschichtsblätter«, Band 48, Hannover 1994

Stefan Amt, »Das Landbauwesen Kurhannovers im 18. Jahrhundert - Oberlandbaumeister Otto Heinrich von Bonn (1703-1785)«, Dissertation, Institut für Bau- und Kunstgeschichte, Universität Hannover, Hannover 1999

Jürgen Beulshausen, »Die Bürgerhäuser in Gifhorn 1528-1953. Darstellung in 233 Geschichtstafeln«, Kreisarchiv Gifhorn 2002

Max Gelin, »St. Nicolai-Gemeinde«, in »Gemeindebuch des Kirchenkreises Gifhorn«, Jedermann-Verlag Ludwig Schmidt GmbH, Osnabrück 1960

Oskar Kiecker/Hans Lütgens, »Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, III. Regierungsbezirk Lüneburg, 4. Kreis Gifhorn«, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Hannover 1931, Nachdruck H. Th. Wenner Osnabrück 1980

Joachim Lampe, »Aristokratie, Hofadel und Staatspatriziat in Kurhannover«, Vandenhoek und Ruprecht, Göttingen 1963 (in zwei Bänden)

Hermann Mewes, »Der lutherische Kirchenbau Niedersachsens unter besonderer Berücksichtigung der Baumeister des Konsistoriums Hannover«, Dissertation 1943. Kommentierte Neuausgabe von Stefan Amt, Institut für Bau- und Kunstgeschichte, Universität Hannover 1994

Ulfried Müller, »Die Gestaltung des einachsigen Kanzelaltars durch Johann Friedrich Blasius Ziesenis«, in »Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte Band 11«, Deutscher Kunstverlag, München Berlin 1972

Ulrich Roshop, »Die St.-Nicolai-Kirche in Gifhorn«, Veröffentlichungen Heft 3 des Museums- und Heimatvereins Gifhorn e.V., Gifhorn 1980

Ulrich Roshop, »Gifhorn. Das Werden und Wachsen einer Stadt«, Verlag Liss Werbung, Gifhorn 1982